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Was ist Karate?
von Risto Kiiskilä
Karate oder Karate-do, was direkt übersetzt "leere Hand" bzw. "der Weg der leeren Hand" bedeutet, ist eine Kampfkunst, die
seinen Praktizierenden den ganzen Körper als effektive Waffe zu nutzen lehrt. Der oder die Karateka lernt Abwehr- und
Angriffsmethoden. Karate dient jedoch auch der Charakterbildung: Die Karate-Philosophie lehrt Respekt, Disziplin und Verständnis.
Sensei Risto Kiiskilä hat den Leitspruch "Feel the Ippon" für sich gewählt, was soviel bedeutet wie: "Jeder sollte nur das trainieren,
worauf es wirklich ankommt". Das müsse der Schüler erst einmal herauszufinden. Die Aufgabe des Trainers sei es
hierbei, eben genau zu wissen, worauf es ankommt. Sonst könne er seine Schüler nicht richtig ausbilden. Mit anderen Worten:
Ein Meister muss ganz genau definieren können, was Karate als Ganzes beinhaltet und dann für sich und seine Schüler das Ziel angeben. Das Lehren und Lernen sollte im Training immer Hand in Hand gehen.
Ein falsch verstandenes Karate, welches lediglich die Gürtelprüfungen als Ziel hat, hat kein Platz in Sensei Kiiskiläs Philosophie.
Die Verbands-Prüfungsordnung als Trainingsprogramm sei zu wenig: Denn diese sei ja eigentlich nur für den Prüfer da.
Das Bestreben nach dem richtigen Wesen des Karate setzt ein dynamisches Training voraus. Die wesentlichen Punkte hierbei -
also der rote Faden, der sich durch alle Trainingseinheiten zieht, sind:
- Ständige Technikschulung (Kihon)
- Das Erlernen des Wechsels von Spannung und Entspannung.
- Das Studium der Regeln der Kraftübertragung. Dies setzt wiederum den richtigen Einsatz der Schwerpunktverlagerung
und des Standbeines voraus.
- Das Erlernen der Beweglichkeit im kleinen Raum.
Ristorismen
-
Man kann die Dinge auch gleich richtig machen -
es ist die gleiche Arbeit
- Den Weg zu gehen, ist das Ziel
- Wer tritt ist langsam, wer trifft ist schnell
- Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein
Sensei Risto Kiiskilä
6.Dan Shotokan, geboren in Lahti/Finnland
Er begann sein Training 1970 während seines Studiums in Frankfurt/M. im Judoleistungszentrum Judokan Abt.Karate.
Sein erster Trainer, Shinzuke Takano, der sehr genau auf sein Vorankommen achtete, war ein Perfektionist und selten mit seinen Schülern
zufrieden. Kihon (Grundschule) war am Anfang der Schwerpunkt des Trainings und wurde monatelang geschliffen.
Ein Bambustock war damals als wichtiger Bestandteil zur Motivation bei jedem Training mit dabei.
Drei Jahre später legte Kiiskilä beim Bundestrainer Ochi-Sensei seinen Shodan ab und hielt auch im Judokan Übungsstunden. 1973 wurde
er von Ochi Sensei in den Nationalkader und seine engste Trainingsriege berufen. Hier blieb es sieben Jahre.
Nach seinen eigenen Angaben war dies eine harte Zeit. Sensei Ochi hatte sich vorgenommen, Karate in kürzester Zeit in Deutschland auf Weltniveau zu bringen. Für seine Schüler war dies eine gewaltige Herausforderung.
1975 übernahm Yasukazu Murai, 5.Dan und ein Schüler von Sensei M.Tanaka, das Training im Dojo und wurde Kiiskiläs Trainer und Lehrer. Das Training wurde noch härter und betonte das Kumite. Der Bambustock blieb weiter dabei.
1977 entschied Sensei Kiiskilä Karate zu seinem Beruf zu machen.
Es folgten Trainingsaufenthalte in Japan, in der berühmten Takushoku Universität und Süd-Afrika in Johannesburg und Kapstadt. Der Austausch mit weltbesten Karatekas ergänzten seine Ansichten über Karate und bahnten seinen zukünftigen Weg.
Sensei Kiiskiläs wichtigsten Erfolge waren der Vize-Weltmeister-Titel in Tokio 1977, der 3. Platz bei
den All Japan Championchip 1979 in Tokio und drei "Deutscher Meister"-Titel in den Jahren 1977-1979.
Er war tätig als:
- Landestrainer in West-Berlin
- Technischer Berater für Karate in der damaligen DDR
- Honorar- und Jugendtrainer in DKV
- Trainer des Stützpunktes-Ost
Heute ist er als Verbands-Trainer und Instructor des Deutsch-Japanischen -Karatebundes (JKA) unter Bundestrainer Hideo Ochi tätig. Er ist ständiger Trainer in den neuen Bundesländern sowie in Finnland und Estland. Und natürlich in seiner eigenen Karateschule Karatezentrum Ippon Frankfurt.